17.10.09 11:41
 
Chinas Topstar bestand die Prüfung
LIEBHERR Weltcup in Moskau: Ma Long war unter Druck und zog durch einen Sieg über Kenta Matsudaira in das Viertelfinale ein / Timo Boll in großer Form...

Alexei Smirnov (Russland) / Foto: Agentur Diener

In Chinas Teamführung rauchen die Köpfe. Wann und in welcher Radikalität soll der Umbau des Herren-Nationalteams erfolgen?
Wann soll den Jungstars, die seit längerer Zeit in den Startlöchern scharen, eine Chance gegeben werden?
Wann ist die zweite Ebene stark genug, um „altgediente“ Stars wie Wang Liqin oder Ma Lin in den verdienten Sport-Ruhestand zu entlassen.

Die Zeit ist gekommen. Die Gold-Mission Olympia 2008 ist erfolgreich abgeschlossen, die Weltmeisterschaft in Yokohama Ende April/Anfang Mai 2009 wurde noch einmal zur sicheren Beute von Wang Hao (Gold), Wang Liqin (Silber) und Ma Lin (Bronze). Und jetzt?

Die zweite Jahreshälfte bot und bietet sich an für Experimente. Klar, mit dem LIEBHERR Weltcup, der bis am Sonntag in Moskau ausgespielt wird und dem nächstwöchigen World Team Cup in Linz stehen auch noch zwei internationale Highlights auf dem Programm. Aber: Ein potenzieller Misserfolg hätte keine tiefgreifenden Konsequenzen für die sportliche Leitung unter Headcoach Liu Guoliang.

Also: Auf zum Härtetest nach Moskau. Und tatsächlich haben sowohl der Weltranglistenzweite und beim LIEBHERR Weltcup topgesetzte Ma Long, als auch der Neunte der Weltrangliste Chen Qi leidvoll erfahren müssen, verwundbar zu sein.
Ma Long ging in seiner Vorrundengruppe gegen den Koreaner Oh Sang Eun in einem nervenaufreibenden Marathon zu Boden (3:4 nach zwei vergebenen Matchbällen) und Chen Qi verlor in seiner Gruppe gegen Weißrusslands Tischtennisstar Vladimir Samsonov, was freilich wesentlich weniger überraschte, da sich Chen Qi gegen Samsonov seit Jahren extrem schwer tut.

Also mussten sowohl Ma Long als auch Chen Qi am Samstag um ihren Aufstieg in das Weltcup-Viertelfinale zittern.
Ma Long musste dabei gegen den jungen Japaner Kenta Matsudaira bestehen. Und Ma Long hatte seine Nerven und seinen Gegner im Griff. Zwar begann der WM-Dritte in Satz zwei kurz zu wackeln. Er musste einen Satzball Matsudairas abwehren, ließ dann aber keinen Zweifel mehr aufkommen und zog (4:0) ins Viertelfinale ein.

Souverän in das Viertelfinale zog Deutschlands mehrfacher Europameister Timo Boll ein. Nach den 4:2 Erfolgen über Kalinikos Kreanga und Joo Se Hyuk setzte sich der Düsseldorfer Samstag Vormittag auch gegen seinen ehemaligen Angstgegner Alexei Smirnov zum Leidwesen des russischen Publikums 4:1 durch und stieg als Gruppensieger unter die Top 8 auf.

Weitere Informationen und alle Resultate finden Sie unter www.ittf.com.

Von: MARTIN SÖRÖS