29.10.09 08:20
 
Kleiner Bub ganz groß
Der 16-jährige Engländer Liam Pitchford schafft durch ein 4:3 über den Argentinier Liu Song die Topsensation in der Qualifikation bei den English Open in Sheffield...

Liam Pitchford (England) / Foto: ITTF

Daejon in Korea. Mai 2008. Ein kleiner Bub, kaum 15, darf bei den Korean Open erstmals bei den „Großen“ mitspielen. Schnell spielt er sich in die Herzen der Zuschauer. Noch ist er zu schwach, um wirklich mitspielen zu können mit den Giganten der Szene. Er verliert seine Partien in der Qualifikation klar.

Und er hat Glück. Losglück. Er wird als "lucky loser" gezogen und bekommt es in Runde 1 des Hauptbewerbes ausgerechnet mit der Nummer 1 des Turniers und der Nummer 1 der Welt zu tun. Da stehen sie nun: Wang Hao aus China und der kleine Bub namens Liam Pitchford aus England.

Ein Handshake, ein gemeinsames Foto für das Familienalbum und dann wird fleißig gerackert und um jeden Ball gefightet, als ginge es ums nackte Überleben.

Wang Hao gewinnt ....

Szenenwechsel. Oktober 2009, Sheffield. Liam Pitchford ist wieder mittendrin. Der englische Verband hat den inzwischen 16-jährigen für die English Open nominiert. Wieder tritt der junge couragierte Mann in der Qualifikation an und verliert sein erstes Spiel (gegen den Ungarn Daniel Kriston knapp mit 3:4). Wenige Stunden später stehen die Zuschauer auf den Rängen und klatschten im Takt. Liam Pitchford schafft zum ersten Mal in seiner noch kindlich, jungen Laufbahn einen wirklich großen Sieg. Er, die Nummer 560 der Weltrangliste, ringt mit 12:10 im 7. Satz mit Liu Song aus Argentinien keinen Geringeren als die aktuelle Nummer 95 der Welt nieder.

Liam Pitchford – ein Name, den man sich merken wird müssen. Genau wie den Namen Koki Niwa. Der 15-jährige Japaner feiert ein paar Tische weiter auch einen Sieg in der Qualifikation. Schön zu sehen, dass die Jugend für Furore sorgen kann.

Weitere Informationen unter English Open

 

Von: MARTIN SÖRÖS