25.10.09 17:45
 
Was ist mit den Chinesen los?
Oder vielleicht sollte man fragen: Was ist mit allen Anderen los? Im Finale des World Team Cups 2009 in Linz lassen die chinesischen Herren ihren auch nicht schwachen Gegnern aus Südkorea nicht den Funken einer Chance und gewinnen mit 3:0.

Zhang Jike (China) und Ryu Seung Min/Oh Sang Eun (Korea) / Fotos: Agentur Diener

Chancenlos
Im ersten Match zwang Zhang Jike die Nummer 11 der Weltrangliste, Oh Sang Eun, der sich mit seinem Schicksal abgefunden zu haben schien, mit einem glasklaren 3:0 in die Knie.

Satzverlust
Auch die erst 21-jährige Nummer 2 der Tischtenniswelt, Ma Long, agierte gegen den koreanischen Verteidiger, Joo Se Hyuk, über weite Strecken wie von einem anderen Stern. Bei 2:0-Satzführung für Ma Long (11:3, 11:3) gab Joo Se Hyuk bei 1:7 Satzrückstand im vermeintlich letzten Satz noch ein kräftiges Lebenszeichen von sich, verlor in Satz 3 keinen Punkt mehr und gewann mit 11:7. Schon in Satz 4 schien Ma Long wieder völlig fit und beendete das Match mit 3:1.

Ein bemerkenswertes Detail am Rande ist, dass der Satzverlust von Ma Long der einzige der Chinesen bei diesem World Team Cup bleiben sollte. Das satte Preisgeld in Höhe von 53.000 Dollar und eine weitere glänzende Trophäe sollte Ma Long aber Trost genug sein.

Show
Für ein sehr einseitiges Doppel sorgten zum Abschluss noch Xu Xin und Ma Long gegen Ryu Seung Min und Oh Sang Eun. In kürzester Zeit punkteten die Chinesen nach Belieben und fanden im dritten Durchgang gegen Satzende sogar noch einige Male die Möglichkeit, dem Publikum mit überlangen Topspin-Duellen eine animierende Show zu bieten.

Unglaubliche Bilanz
Bei 32 Begegnungen zwischen den Herrenteams von China und Korea seit 1956 steht es bereits 29:3 für China. Der letzte koreanische Sieg war 1996 im Finale der Asienspiele.

Dominant
Zusammenfassend könnte man die momentane Stärke der Chinesen als „galaktisch“ bezeichnen. Beide Mannschaften, Damen und Herren, spielen in einer eigenen (einsamen) Liga. Das wird sich auch angesichts der starken Nachwuchsarbeit der Chinesen so schnell nicht ändern.

Hier finden Sie die weiteren Ergebnisse des den World Team Cups

 

Von: HARALD SÖRÖS