05.08.09 09:45
 
Chinesische Nachhilfe
Spitzenspielerinnen aus Europa dürfen sich bis 10. August in Peking Knowhow holen, der junge Österreicher Stefan Fegerl "sparrt" mit der zweiten chinesischen Nationalmannschaft in Nan Tong

Samara trainiert in Peking, Fegerl in Nan Tong / Fotos: Agentur Diener

Werner Schlager (2003 bei der Weltmeisterschaft in Paris) und der Koreaner Ryu Seung Min (2004 bei den Olympischen Spielen in Athen) waren die letzten Spieler, die das Abspielen der chinesischen Hymne nach internationalen Großereignissen verhindern konnten. Sonst: China, China und wieder China.

ITTF-Präsident Adham Sharara bemüht sich seit Jahren darum (bei aller Gleichbehandlung aller 207 ITTF- Mitgliedsländer) eine sportliche Ausgewogenheit zu erreichen. “Es muss auch im Interesse Chinas sein, darauf zu achten, dass der Abstand zum Rest der Welt nicht allzu groß wird”, sagte der Kanadier im Rahmen einer Pressekonferenz der H.I.S.-Weltmeisterschaft Ende April / Anfang Mai in Yokohama. Längst führte Sharara hinter den Kulissen Gespräche mit Chinas Sportminister Cai Zenhua, der einst selbst Vize-Weltmeister (im Einzel) und später viele Jahre Cheftrainer der chinesischen Nationalmannschaft war. Auch Cai Zenhua äußerte sich dann in ähnlicher Form und erklärte sich bereit, dafür zu sorgen, dass die Tischtennis-Großmacht China das Wissen mit den anderen Kontinenten teilt.

Der europäische Verband ETTU sprang auf den Zug auf und dieser Tage wird in Peking (Damen) bzw. in Nan Tong (Herren) ein gemeinsames Trainingslager Chinas mit europäischen SpielerInnen und Trainern abgehalten.

Beim “ETTU Women Summer Camp” in der Olympiastadt von 2008 sind unter anderem die deutschen Kader-Spielerinnen, Österreichs Asse Liu Jia und Li Qiangbing, Rumäniens Duo Daniela Dodean und Elisabetha Samara, Spielerinnen aus Polen und Tschechien mit von der Partie.

Bei den Herren darf eine kleine Runde aus Europa (Spieler aus England, Belgien, sowie der österreichische Jungteamspieler Stefan Fegerl) mit der zweiten chinesischen Nationalmannschaft arbeiten: “Das ist eine einmalige Chance für mich”, sagt Fegerl, der auf Grund seiner Liaison mit ÖTTV-Teamspielerin Li Qiangbing ohnedies recht häufig in China trainieren kann.

Die beiden Kontinente übergreifenden Trainingscamps laufen seit 27. Juli und dauern noch bis zum 10. August. Dann geht es für einen Großteil der Spieler weiter zu den China Open (ab 12. August) nach Tianjin.

 

Von: MARTIN SÖRÖS