19.09.09 20:49
 
Maze steht in der Poleposition
Meine persönliche Bilanz über die Europameisterschaft in Stuttgart: Starke Junge, ein Favorit und großer Respekt vor Schlager

Werner Schlager (AUT) gegen Michael Maze (DEN)/Foto: Agentur Diener

Also, die Semifinalisten stehen fest. Der Finalsonntag verspricht jede Menge Spannung und für mich ist es schon der ideale Zeitpunkt eine Art Schlussbilanz zu ziehen.

Erstens, wie ich schon gestern gesagt habe. Es ist erfreulich, dass es einige junge Spieler wie Gacina, Drinkhall, Fegerl, oder die jungen Portugiesen geschafft haben, in Stuttgart aufzuzeigen.

Zweitens bin ich der Meinung, dass der frühe Abschied einiger Topspieler in erster Linie darauf zurückzuführen ist, dass der unmenschliche Zeitplan dieser Europameisterschaft sie aus dem Turnier geworfen hat. Abgesehen davon, dass auch die Zuschauer bessere Spiele gesehen hätten. Man sollte sich wirklich intensiv Gedanken machen über die Zukunft der Europameisterschaften.

Und, ich bleibe dabei. Nach den Eindrücken vor dem Finaltag steht diesmal Michael Maze ganz oben. Ich weiß schon, am Finaltag beginnt quasi immer ein völlig neues Turnier, aber er war schon verdammt stark hier in Stuttgart.

Noch ein Wort zu meinem Freund Werner Schlager. Ich hoffte die ganze Zeit, dass er durch die Strapazen bei der EM nicht irgendwann in einem großen Spiel stehend k.o. ist und dadurch nicht in der Lage ist, sein bestes Tischtennis zu spielen. Dann passiert ihm zu Beginn seines Matches gegen Samsonov das Pech, seinen Schläger mit dem Ball zum allerersten Punkt zu ruinieren und einen anderen Schläger nehmen zu müssen. Unfassbar, dass er trotzdem noch so eine Leistung abrufen konnte. Aber gegen einen Giganten wie Samsonov?

Ich möchte auch noch etwas zu Ruwen Filus sagen. Ich will ihm gratulieren. Er hat toll gespielt und er hat frischen Wind in die EM gebracht. Aber, er hat auch von der Struktur der EM gelebt. Auf seiner Rasterhälfte sind zahlreiche Topstars ausgeschieden, das hat seinen Weg schon erleichtert. Und: Er hatte die Belastung des Teambewerbes eben nicht. Aber wie gesagt, im Vordergrund steht mein Glückwunsch an ihn.

Etwas überrascht hat mich bei der Europameisterschaft, dass die ersten Tage doch weniger Zuschauer gekommen sind, als wir alle angenommen und gehofft haben. Das war schade. Unterm Strich war es aber eine gelungene und vor allem wirklich gut organisierte EM.

Und: Ich möchte mich mit einem Versprechen von Euch allen aus Stuttgart verabschieden. Im Mai findet in Moskau die Mannschafts-Weltmeisterschaft in Moskau statt. Ich werde dort sein und für meine Leser auf de.ittf.com wieder gerne mein Tagebuch schreiben. Also dann, bis Moskau.

Liebe Grüße, Euer Mario
19. September 2009

 

Von: MARIO AMIZIC, STUTTGART

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